
Tag 4 - Dienstag, 23.03.2010
Kaum zu fassen, aber wahr!!! Wer am Dienstag morgen verschlafen aus dem Fenster schaute, wagte seinen Augen kaum zu trauen, aber die Wetterfrösche hatten recht behalten: strahlender Sonnenschein, Kaiserwetter sozusagen, herrschte am Dienstag in Les Deux Alpes. Beste Voraussetzungen also um die Hochschulmeister und -meisterinnen in den Disziplinen Skier- und Boardercross zu ermitteln. Die Contestteilnehmer waren an diesem Tag allesamt früh aus den Federn, um gleich eine der ersten Gondeln nach oben zu erwischen, da durch das schlechte Wetter der vorangegangenen Tage, der Snowcross Parcour noch gar nicht richtig in Augenschein genommen werden konnte. Dank vieler fleißiger Helfer war bereits am Vortag ein Großteil der Vorbereitungen getroffen worden: die Startgates waren eingegraben, die Fangzäune an den richtigen Stellen tief im Schnee verankert und die Strecke weitgehend nach außen abgesichert. Kleine Modifikationen mussten nur noch in Bezug auf das Stecken der Richtungstore und das Verlegen des Zeitmessungskabels vorgenommen werden. Pünktlich um kurz nach 10 Uhr konnte dann auch nach der Ausgabe der Startnummern mit der Besichtigung der Strecke begonnen werden. Nach der gemeinsamen Besichtigung der Strecke fanden gleich im Anschluss die Qualifikationsläufe der einzelnen Wertungen in Form von Einzel-Zeitfahren statt.
Das Starterfeld war insgesamt hervorragend besetzt: Bei den Snowboard Damen gingen 10 Ladies an den Start, zwei mehr als bei den Skifahrerinnen, die insgesamt zu acht waren. Das männliche Starterfeld war um einiges größer: 40 Snowboarder wollten hier um Ruhm und Ehre und den Titel des deutschen Hochschulmeisters fighten und bei den Skifahrern trauten sich 24 Herren zu, den Titel zu erkämpfen.
Beim Zeitfahren der Snowboard Mädels war von Anfang an klar, dass zwei der Damen nicht ins Halbfinale würden einziehen können, diese Chance gab es nur für 8 von ihnen... Und um nicht letzte zu werden, gaben die Snowboarderinnen wirklich alles. Die beiden, die es nicht ins Habfinale schafften, waren am nächsten Tag ganz klar an den Schürfwunden im Gesicht zu erkennen, sie hatten einfach alles gegeben, aber die Rechnung ohne die Schwerkraft gemacht... Die Skifahrerinnen dagegen konnten das Zeitfahren ganz easy als eine Art Trainingslauf angehen, da es alle 8 Starterinnen bis ins Halbfinale schaffen würden.
Anders war die Situation beim Einzelzeitfahren der Herren: das Konkurrenzdenken war groß, denn in die Finals sollten es nur die besten oder besser schnellsten 16 der insgesamt 40 Snowboarder und 24 Skifahrer schaffen. Anders als im letzten Jahr hatten 2010 bei der Quali eindeutig die Snowboarder aus dem Süden die Nase vorn, denn alle die beim Zeitfahren unter 1:10 min blieben, kamen aus Deutschlands südlichen Gefilden: Freiburg (Nicolai Dietermann und Florian Hinsberger), München und Umgebung (Dierck Schmidt und Pascal Bonneck) sowie Karlsruhe (Patrick Ott) fuhren den anderen davon. Bei den Skifahrern schafften es 6 Herren den Parcour in unter einer Minute hinunter zu bügeln, Moritz Knoche von der WG Magdeburg hatte mit 54,75 Sekunden die schnellste Zeit, dicht gefolgt von Andre Hurlbrink (WG Bochum) und Dennis Gentsch (WG Berlin).
Für die Zuschauer wurde es mit den Viertel- und Halbfinals um einiges spannender, denn hier trafen die Konkurrenten jeweils in 4er Heats direkt aufeinander. Jetzt gab es nur noch ein Gas: nämlich Vollgas!!! Wer bremste oder nicht alles gab, war raus, denn nur die zwei schnellsten der Viertel- und Halbfinals konnten sich für die nächste Runde qualifizieren.
Um der chronologischen Reihenfolge der treu zu bleiben, beginnen wir mit den Snowboard Ladies: In den zwei Halbfinalruns konnten sich Veronika Rajcsanyi, Lea Schairer (beide WG München), Anne Richter (Uni Kiel) und Katharina Hänsch (WG Köln) fürs Finale qualifizieren. Was sich bereits erahnen ließ, konnte im Finale bestätigt werden: Veronika Rajcsanyi hatte die Nose vorn und holte sich ihren ersten offiziellen Titel als Deutsche Hochschulmeisterin 2010 im Boardercross. Als Zweit- und Drittplazierte konnten Anne Richter (Kiel) und Katharina Hänsch (Köln) das Treppchen besteigen und sich von der Menge feiern lassen.
Nachdem es beim Zeitfahren der Ski Damen noch um nichts ging, wurde es im Halbfinale ernst, denn nur 4 von ihnen konnten sich im Finale um die Treppchenplätze battlen. Als Siegerinnen der Halbfinals konnten sich Laura Haas, Jule Seifert (beide WG Freiburg), Carina Dierck (Uni Kiel) und Lisa Thomann (WG Aachen) über ihren Finaleinzug freuen. Als Siegerin des finalen Heats ergatterte Lisa Thomann aus Aachen den ersten Titel der adh-Open Freeski, wobei hier noch unbedingt erwähnt werden muss, dass sie auch locker bei der männlichen Konkurrenz hätte mithalten können. Der zweite Platz ging auch bei den Freeski Ladies in den hohen Norden nach Kiel an Carina Dierck. Dritte beim Skiercross wurde Jule Seifert von der WG Freiburg.
Doch nicht nur die Ladies konnten beim Skier- und Boardercross zeigen, was in ihnen steckte. Auch die Herren der Schöpfung konnten sich in den Final-Heats battlen, was das Zeug hielt. Bei den Snowboardern mussten die meisten Konkurrenten besiegt werden, um das Treppchen besteigen zu können. Ins Finale schafften es letztendlich die folgenden 4 Herren: Dierck Schmidt (WG München), Pascal Bonneck (FH Rosenheim), Tobi Hollerbach und Nicolai Dietermann (WG Freiburg). Doch wie das immer so ist, es kann nur einen Sieger geben und der hieß beim Boardercross 2010 Dierck Schmidt. Ihm folgten an zweiter Stelle Nicolai Dietermann aus Freiburg und Pascal Bonneck (FH Rosenheim) als Dritter aufs Treppchen.
Last but not least mussten noch die Sieger in der Disziplin Skiercross ausgefahren werden. Im letzten Heat des Tages trafen der Mann mit dem schönsten Nachnamen Henning Mörchen (HS Ostwestfalen-Lippe), Constantin „Tino" Mayer (WG Würzburg), Andre Hurlbrink (WG Bochum) und Sandro „Kamikaze" Urban (WG Stuttgart) aufeinander. Im letzten Jahr noch verletzungsbedingt ausgeschieden als er versucht hat sich mit dem Kicker zu messen, hängte er in diesem Jahr beim Skiercross souverän die Konkurrenz ab. Sandro Urban wurde Deutscher Hochschulmeister 2010 im Skiercross. Hinter Sandro trafen als zweiter Henning Mörchen und Constantin Mayer im Ziel ein. Nach dem Contest versammelten sich alle Teilnehmer im Zielbereich der Snowcross Strecke, um unter tosendem Applaus die Sieger schon mal symbolisch zu ehren. Aufgrund der anstehenden Lawinensprengungen auf der Talabfahrt musste die Siegerehrung allerdings kurz und knapp gehalten werden, damit es alle noch rechtzeitig vom Berg schafften und nicht oben übernachten mussten. Fürs Siegerbierchen ging es dann noch eben schnell zur Snowbase, wo die Flashminister für den guten Ton am Nachmittag sorgten. Wer sich an diesem Tag noch nicht genug sportlich betätigt hatte, der konnte an der fast schon legendären Rodelchallenge teilnehmen, die auch in diesem Jahr getreu dem Motto „Wer bremst, verliert" stattfand.
Am Abend ging es dann ausnahmsweise mal eher ruhig zu, da bereits am nächsten Tag die Contests in den Disziplinen Slopestyle und Halfpipe auf dem Programm standen...